Wie Saugroboter navigieren
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Drei Verfahren
Wie ein Saugroboter durch die Wohnung findet, entscheidet mehr über den Alltag als die Saugkraft. Es gibt im Wesentlichen drei Ansätze.
LiDAR: der rotierende Laser
Bei der LiDAR-Navigation dreht sich ein kleiner Laser mehrmals pro Sekunde und misst, wie lange das Licht bis zur nächsten Wand und zurück braucht. Daraus entsteht ein Grundriss, in dem der Roboter seine Position kennt.
Vorteile: Funktioniert im Dunkeln genauso gut wie bei Tageslicht, weil der Laser sein eigenes Licht mitbringt. Die Karte ist präzise, das Gerät fährt in geraden Bahnen und findet zurück zur Station.
Nachteile: Der Laserturm sitzt oben auf und macht das Gerät rund zwei Zentimeter höher. Genau diese Zentimeter entscheiden über die Bauhöhe und damit darüber, ob der Roboter unter Sofa und Bett kommt. Außerdem sieht ein LiDAR nur auf seiner Scanhöhe, alles darunter bleibt unsichtbar.
vSLAM: die Kamera
Bei vSLAM filmt eine Kamera die Decke oder den Raum und merkt sich markante Punkte. Aus deren Verschiebung berechnet das Gerät seine Bewegung.
Vorteile: Keine Aufbauten, das Gerät bleibt flacher. Und eine Kamera erkennt Gegenstände auf dem Boden, die ein LiDAR übersieht.
Nachteile: Eine Kamera braucht Licht. In abgedunkelten Räumen leidet die Orientierung. Und es ist eine Kamera in der Wohnung, was nicht jeder möchte. Wer darauf verzichten will, findet unter Saugroboter ohne Kamera Geräte, die ohne Bildsensor auskommen.
Ohne Karte: Muster und Zufall
Einfache Geräte fahren feste Muster oder reagieren nur auf Kollisionen. Sie wissen nicht, wo sie waren, und können deshalb weder Räume auswählen noch Sperrzonen einhalten noch nach dem Laden weitermachen.
Das klingt schlechter, als es für kleine Wohnungen ist. Bei ein bis zwei Räumen deckt auch ein Zufallsmuster mit der Zeit alles ab, es dauert nur länger. Siehe Kleine Wohnung.
Was die Karte freischaltet
Erst mit einer Karte funktionieren die Dinge, die einen Roboter im Alltag angenehm machen:
Raumauswahl. Täglich Küche und Flur, zweimal pro Woche die Schlafzimmer.
No-Go-Zone. Sperrflächen um Napf, Kabel oder Vase, ohne Magnetband auf dem Boden.
Wiederaufnahme. Nach dem Laden an der Abbruchstelle weitermachen. Auf großer Fläche ist das die wichtigste Einzelfunktion überhaupt.
Hinderniserkennung ist etwas anderes
Navigation beantwortet die Frage, wo bin ich. Hinderniserkennung beantwortet die Frage, was liegt vor mir. Beides sind getrennte Systeme, und ein Gerät mit guter Karte kann trotzdem jedes Ladekabel einziehen.
Für flache Gegenstände braucht es entweder eine Kamera mit Objekterkennung oder einen Linienlaser, der ein Muster nach vorn projiziert. Letzterer funktioniert auch im Dunkeln und nimmt nichts auf.
Was das für deine Entscheidung heißt
Wenn deine Wohnung klein ist, reicht ein einfaches Gerät. Wenn sie mehrere Räume hat oder groß ist, führt kaum ein Weg an einer Karte vorbei. Und wenn du flach brauchst, weil Sofa und Bett knapp sind, prüfe genau, welches Navigationsverfahren verbaut ist.
Häufige Fragen
Braucht jeder Saugroboter eine Karte?
Nein. Auf kleiner Fläche mit ein bis zwei Räumen kommt ein Gerät ohne Karte zum Ziel, es braucht nur länger. Ab mehreren Räumen auf größerer Fläche bleiben ohne Karte Bereiche dauerhaft ungereinigt.
Ist LiDAR besser als Kamera?
Für die Karte ja, weil es ohne Licht auskommt. Für das Erkennen flacher Gegenstände auf dem Boden ist eine Kamera im Vorteil. Viele Geräte kombinieren deshalb beides.
Wo wird die Karte gespeichert?
Das hängt vom Hersteller ab und steht in dessen Datenschutzhinweisen. Bei Geräten mit App läuft meist eine Kopie über einen Cloud-Dienst. Wer das nicht möchte, findet unter Saugroboter ohne App und WLAN Geräte, die gar nicht erst verbinden.
Warum sind LiDAR-Geräte höher?
Weil der rotierende Laser als kleiner Turm auf dem Gehäuse sitzt. Das macht rund zwei Zentimeter aus und entscheidet oft darüber, ob der Roboter noch unter das Sofa kommt.